London ist kein Ort, an dem man sich langweilt. Das klingt nach Reisebroschüre, beschreibt aber ein praktisches Problem: Die Stadt hat mehr Sehenswürdigkeiten, als in eine Woche passen, und man muss sich entscheiden. Wir haben uns auf einen Kern konzentriert — Westminster, das Themseufer zwischen London Eye und Tower Bridge, das West End und Notting Hill — und einen Tag für Windsor herausgenommen. Diese Aufteilung halten wir für die sinnvollste Art, London zum ersten Mal zu sehen.
Zwei Dinge vorweg. Erstens: Seit 2025 brauchen auch Reisende aus der EU und der Schweiz eine elektronische Einreisegenehmigung. Ohne die lässt einen die Fluggesellschaft nicht einsteigen. Zweitens: Ein grosser Teil der besten Museen kostet nichts. Wer das einplant, kann die teuren Tickets gezielter verteilen.
Einreise: ETA vor dem Abflug beantragen
Staatsangehörige der EU, der Schweiz, Norwegens, Islands und Liechtensteins brauchen für Reisen nach Grossbritannien eine Electronic Travel Authorisation (ETA). Sie kostet 20 Pfund, gilt zwei Jahre oder bis zum Ablauf des Passes und erlaubt in dieser Zeit beliebig viele Aufenthalte von bis zu sechs Monaten. Beantragt wird sie über die offizielle Seite von GOV.UK oder die zugehörige App; jede Person braucht eine eigene, auch Babys und Kinder.
Wichtig: Es gibt zahlreiche kommerzielle Websites, die aussehen wie staatliche Stellen und deutlich mehr verlangen. Der Antrag läuft ausschliesslich über gov.uk. Irische Staatsangehörige sind von der Regel ausgenommen.
Plane den Antrag ein paar Tage vor der Reise ein. In der Regel kommt die Bestätigung schnell, sie ist aber nicht garantiert sofort da. Die ETA wird elektronisch mit dem Pass verknüpft — es gibt nichts auszudrucken, der Pass muss aber derselbe sein wie im Antrag.
Vom Flughafen ins Zentrum
London hat mehrere Flughäfen, und die Anbindung ist überall gut, aber unterschiedlich teuer.
Heathrow liegt im Westen und ist der einzige Flughafen mit direkter U-Bahn-Anbindung. Die Piccadilly Line fährt vom Terminal bis Piccadilly Circus in gut 50 Minuten und ist die günstigste Variante. Die Elizabeth Line braucht bis Paddington rund 30 Minuten und kostet als Einzelfahrt mit Kontaktlos-Karte oder Oyster 13.90 Pfund. Der Heathrow Express ist mit 15 Minuten am schnellsten, aber der teuerste Weg — und er zählt nicht zum Tagesdeckel von Transport for London.
Gatwick liegt südlich der Stadt. Der Gatwick Express fährt in gut 30 Minuten nach Victoria; günstiger sind die regulären Züge von Thameslink und Southern, die etwas länger brauchen und ebenfalls im Zentrum halten. Stansted im Nordosten ist über den Stansted Express in rund 50 Minuten mit Liverpool Street verbunden; wer vorab bucht, zahlt deutlich weniger als am Automaten. Ab Luton fährt die automatische Bahn Luton DART in wenigen Minuten zum Bahnhof Luton Airport Parkway, von dort geht es mit Thameslink nach St Pancras. Ist das Zugticket bis «Luton Airport» gelöst, ist die DART-Fahrt enthalten. London City Airport liegt am nächsten und ist über die DLR direkt ans Netz angebunden.
Für die Stadt selbst brauchst du keine Fahrkarte im klassischen Sinn: Kontaktlose Kredit- oder Debitkarte an den Leser halten, fertig. Das System rechnet automatisch ab und deckelt den Tagesbetrag — in den Zonen 1 und 2 bei 8.90 Pfund, für Fahrten bis Zone 6 einschliesslich Heathrow bei 16.30 Pfund. Die aktuellen Werte stehen bei Transport for London. Eine Oyster-Karte lohnt sich für Kurzbesuche nicht mehr, weil die Deckel identisch sind und die Karte selbst Geld kostet.
Währung: Pfund, und praktisch alles kartenlos
Gezahlt wird in Pfund Sterling (GBP), unterteilt in 100 Pence. Der Euro wird nicht akzeptiert, auch nicht in Touristengegenden. Bargeld brauchst du kaum: Karte und Handy funktionieren im Bus, in der U-Bahn, im Pub, am Marktstand und im Taxi. Einige Betriebe nehmen gar kein Bargeld mehr an.
Wer trotzdem Bargeld will, hebt am besten mit Karte am Automaten ab und lehnt die angebotene Umrechnung in Euro oder Franken ab — die Abrechnung in Pfund ist praktisch immer günstiger. Wechselstuben am Flughafen haben die schlechtesten Kurse.
Trinkgeld ist unkompliziert: In vielen Restaurants steht ein «service charge» von 12,5 Prozent bereits auf der Rechnung. Steht er drauf, gibt man nichts extra. Im Pub, wo man an der Theke bestellt und zahlt, ist Trinkgeld nicht üblich.
Buckingham Palace und die Wachablösung
Der Buckingham Palace ist seit 1837 die Londoner Residenz der britischen Monarchen und zugleich Verwaltungszentrale des Königshauses. Von aussen wirkt er nüchterner, als die Bilder vermuten lassen: eine lange, graue Fassade hinter einem schmiedeeisernen Gitter, davor das Victoria Memorial als Kreisverkehr.
Der Grund für einen Besuch am Vormittag ist die Wachablösung. Nach Angaben der Household Division findet die Zeremonie am Buckingham Palace montags, mittwochs und freitags statt. Sie beginnt um 10.45 Uhr und dauert rund 45 Minuten; die Soldaten sammeln sich ab 10 Uhr am St James’s Palace und in den Wellington Barracks und marschieren mit Musikkorps zum Palast. An Sonntagen gibt es stattdessen um 10 Uhr die Sunday Parade mit der Fahne. An Tagen ohne Wachwechsel wird die Wache um 15 Uhr inspiziert.

Der Zeitplan ändert sich häufig und kann bei Regen kurzfristig ausfallen — teilweise erst um 10.45 Uhr entschieden. Prüfe deshalb den Terminkalender am Vortag. Und plane Puffer: Wer einen Platz am Gitter will, steht deutlich vor halb elf da. Eine ruhigere Alternative ist, die Garde unterwegs auf der Mall abzupassen.

Die State Rooms im Inneren sind nur im Sommer zugänglich: 2026 vom 9. Juli bis 31. August täglich von 9.30 bis 19.30 Uhr (letzter Einlass 17.15 Uhr), vom 3. bis 27. September Donnerstag bis Montag von 9.30 bis 18.30 Uhr (letzter Einlass 16.15 Uhr). Der Eintritt für Erwachsene liegt bei 22 Pfund. Wegen laufender Sanierungsarbeiten sind einzelne Räume eingeschränkt zugänglich — Details bei Royal Collection Trust.

St James’s Park: der älteste Königspark
Direkt östlich des Palasts beginnt St James’s Park, mit rund 23 Hektar der älteste der königlichen Parks Londons. Er liegt in der City of Westminster und ist von drei Palästen umgeben: Buckingham Palace, St James’s Palace und dem Palace of Westminster, dem heutigen Parlament.
Der Park geht auf Heinrich VIII. zurück, der das sumpfige Gelände 1532 erwarb; seine heutige Form mit dem geschwungenen See erhielt er im 19. Jahrhundert. Von der Brücke über den See hat man in die eine Richtung den Blick auf den Buckingham Palace, in die andere auf die Türme von Whitehall.
Berühmt ist der Park für seine Pelikane, die es hier seit 1664 gibt — damals ein Geschenk des russischen Botschafters. Der Park ist täglich von 5 Uhr bis Mitternacht geöffnet, der Eintritt ist frei; Öffnungszeiten und Fütterungszeiten stehen bei den Royal Parks.
Für uns war der Park vor allem die Verbindung zwischen zwei Programmpunkten: vom Palast zu Fuss in zehn Minuten nach Westminster, ohne eine Hauptstrasse zu sehen.
Westminster: Parlament, Big Ben und die Abtei
Am Ostende des Parks steht der Palace of Westminster, Sitz von Unter- und Oberhaus. Der Bau von Charles Barry und Augustus Pugin entstand nach dem Brand von 1834 und ist bis heute das Bild, das die meisten von London im Kopf haben. Der Uhrturm heisst seit 2012 offiziell Elizabeth Tower; «Big Ben» ist genau genommen nur die grosse Glocke darin.

Der beste Blick auf das Ensemble ist der von der Westminster Bridge — und er kostet nichts. Führungen durch das Parlament sind an sitzungsfreien Tagen möglich und müssen vorab gebucht werden.

Gegenüber liegt die Westminster Abbey. Seit 1066 hat jede englische und britische Krönung hier stattgefunden — 40 Monarchen insgesamt, zuletzt Charles III. im Mai 2023. In der Kirche liegen mehr als 3’300 Menschen begraben, darunter 17 Monarchen; die Poets’ Corner versammelt Chaucer, Dickens und Kipling, die Scientists’ Corner Newton, Darwin und Hawking.
Der Eintritt für Erwachsene liegt regulär bei 31 Pfund, für Personen ab 65 und Studierende 28 Pfund, Kinder von 6 bis 17 Jahren zahlen 14 Pfund, unter 6 Jahren frei. Während der staatlichen Sommeraktion vom 25. Juni bis 1. September 2026 sinken die Preise auf 27.13, 24.50 und 12.25 Pfund. Besichtigt werden kann Montag bis Samstag ab 9.30 Uhr; der Schluss wechselt täglich, deshalb lohnt vor dem Besuch der Blick auf den Tageskalender der Westminster Abbey — die Abtei ist eine arbeitende Kirche und kann kurzfristig schliessen. Sonntags gibt es keine Besichtigung, Gottesdienste sind frei zugänglich.
Ein Detail, das kaum jemand kennt: Wer sein Ticket direkt auf der Website der Abtei kauft, kann es vor Ort kostenlos zu einem Jahrespass aufwerten lassen und damit innerhalb eines Jahres dreimal hinein. Man muss nur beim Besuch danach fragen.

Wer den Eintritt sparen will, kann am Abend zum Evensong kommen. Der Gottesdienst ist kostenlos, dauert etwa 45 Minuten und findet im Chor statt — man sieht dabei weniger als bei der Besichtigung, hört aber den Chor.
Covent Garden und das West End
Covent Garden gehört zum West End, dem Theater- und Unterhaltungsviertel. Bis 1974 war hier Londons grosser Obst- und Gemüsemarkt; die gusseiserne Markthalle von 1830 steht noch und ist heute eine Einkaufs- und Gastronomiehalle.
Tatsächlich sind es drei Märkte, die oft verwechselt werden. Im Apple Market in der Markthalle verkaufen Händler von Dienstag bis Sonntag handgemachten Schmuck, Drucke und Aquarelle; montags wechselt das Sortiment zu Antiquitäten und Sammlerstücken. Der East Colonnade Market an der Ostseite der Halle ist täglich offen, mit Seifen, Süssigkeiten und Kunsthandwerk. Der Jubilee Market schräg gegenüber hat die klarsten Zeiten: montags von 5 bis 17 Uhr Antiquitäten, dienstags bis freitags von 10.30 bis 19.30 Uhr einen allgemeinen Markt, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr Kunsthandwerk. Die Übersicht steht bei Covent Garden.
Wer Antiquitäten sucht, kommt also montags — an dem Tag, an dem die meisten Reiseführer Covent Garden für langweilig halten.

Auf der Piazza vor der Halle treten den ganzen Tag Strassenkünstler auf — sie brauchen eine Lizenz und feste Zeitfenster, das Niveau ist entsprechend. Ehrlich gesagt: Die Preise in den Cafés rund um die Halle sind deutlich höher als zwei Strassen weiter. Zum Essen lohnt es sich, nach Soho auszuweichen.
Ein paar Gehminuten südwestlich liegt der Leicester Square, das Zentrum der Kinopremieren. Er ist laut, voll und funktional — aber ein Detail ist für Schweizer Gäste einen Blick wert: Am Swiss Court an der Nordwestecke steht ein Glockenspiel mit den Wappen aller 26 Kantone, 1991 zum 700-Jahr-Jubiläum der Eidgenossenschaft aufgestellt.

Weiter westlich folgt der Piccadilly Circus, die Kreuzung mit der grossen Werbewand. Die Leuchtreklame gibt es hier seit 1908; heute ist es ein einzelner gebogener LED-Bildschirm. In der Mitte steht der Shaftesbury Memorial Fountain mit der geflügelten Figur, die alle «Eros» nennen und die eigentlich Anteros darstellt. Man bleibt hier fünf Minuten, macht ein Foto und geht weiter — das reicht.

Soho, Carnaby Street und Chinatown
Nördlich von Piccadilly beginnt Soho, das dichteste Gastronomieviertel der Stadt. Auf rund einem Quadratkilometer liegen Restaurants aus praktisch jeder Küche, dazu Bars, kleine Theater und Plattenläden. Soho war jahrhundertelang das Einwandererviertel Londons — erst französische Hugenotten, dann Italiener, Griechen und Chinesen —, und das erklärt die Vielfalt bis heute.
Die Carnaby Street ist eine autofreie Einkaufsstrasse mitten in Soho. In den 1960er-Jahren war sie das Zentrum des «Swinging London»: Der Schotte John Stephen eröffnete hier 1957 seinen ersten Herrenladen und betrieb bis 1967 fünfzehn Boutiquen in derselben Strasse — die Presse nannte ihn den «King of Carnaby Street». Heute ist die Strasse eine gut kuratierte Ladenzeile mit saisonalem Deckenschmuck. Die Seitengassen — Kingly Court, Newburgh Street — sind interessanter als die Hauptachse.

Chinatown liegt zwischen Shaftesbury Avenue und Leicester Square und ist an den roten Torbögen und Laternen leicht zu erkennen. Das Viertel entstand in den 1970er-Jahren, als die chinesische Gemeinde aus den Docklands hierher zog. Für uns war das der beste Ort für ein schnelles, gutes Abendessen im Zentrum: Die Restaurants an der Gerrard Street kochen für ein Publikum, das den Unterschied kennt.
Street Food: Londons zweite Küche
London gehört zu den besten Street-Food-Städten Europas, und das liegt an derselben Ursache wie die Vielfalt in Soho: Die Stadt isst, was ihre Einwanderer mitgebracht haben. Was auf Märkten und in Food Halls angeboten wird, reicht von westafrikanischem Jollof über türkische Gözleme und indische Chaat bis zu venezolanischen Arepas — und die Qualität ist oft höher als in Restaurants derselben Preisklasse.
Der bekannteste Ort dafür ist der Borough Market in Southwark, direkt am Südende der London Bridge neben dem Wolkenkratzer The Shard. Es ist einer der ältesten Lebensmittelmärkte der Stadt; an dieser Stelle wird seit dem 18. Jahrhundert gehandelt, die Wurzeln reichen weiter zurück. Neben Ständen mit Käse, Fleisch, Fisch und Gemüse gibt es eine dichte Reihe von Garküchen.
Geöffnet ist der Markt dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 16 Uhr; montags ist geschlossen. An Feiertagen und in der Vorweihnachtszeit gelten abweichende Zeiten — der Stand steht beim Borough Market. Praktischer Hinweis: Zwischen 12.30 und 14 Uhr ist es an den Ständen extrem eng. Wer eine Stunde früher kommt, isst dasselbe im Sitzen.
Für Fish and Chips waren wir bei Hobson’s Fish & Chips an der Villiers Street beim Bahnhof Charing Cross. Der Familienbetrieb hat drei Filialen in London — neben Charing Cross noch in Soho und in Bayswater — und bezieht den Fisch täglich vom Billingsgate Fish Market. Geöffnet ist täglich von 12 bis 23 Uhr. Vegetarische und vegane Varianten stehen auf der Karte. Fish and Chips ist ein Gericht, bei dem der Unterschied zwischen gut und mittelmässig gross ist — und der Unterschied hängt fast nur am Frittierfett und daran, ob der Fisch auf Bestellung gebacken wird.
Am Themseufer entlang: vom London Eye zur Tower Bridge
Der Spaziergang am Südufer von der Westminster Bridge zur Tower Bridge ist rund vier Kilometer lang und dauert mit Pausen einen halben Tag. Er ist durchgehend am Wasser, kostenlos und führt an fast allem vorbei, was man im Zentrum sehen will.
Er beginnt beim London Eye, dem Riesenrad direkt gegenüber dem Parlament. Es ist 135 Meter hoch, hat 32 geschlossene Kapseln und braucht für eine Umdrehung 30 Minuten — es hält dabei nicht an, man steigt im Gehen ein. Eröffnet wurde es zur Jahrtausendwende als temporäre Installation und blieb dann stehen.
Standardtickets für Erwachsene kosten online ab 29 Pfund, während der Sommeraktion bis 1. September 2026 ab 25.38 Pfund; an der Kasse am selben Tag zahlt man deutlich mehr. Geöffnet ist meist ab 10 oder 11 Uhr bis zwischen 18 und 20.30 Uhr, je nach Saison und Wochentag. Preise und Tageszeiten stehen beim London Eye. Wenn du dich zwischen London Eye und Tower Bridge entscheiden musst: Das Eye bietet den weiteren Blick, die Tower Bridge die interessantere Substanz.

Flussabwärts folgt das Southbank Centre, das grösste Kunstzentrum Grossbritanniens. Es umfasst die Royal Festival Hall, die Queen Elizabeth Hall und den Purcell Room als Konzertsäle, dazu die Hayward Gallery und die National Poetry Library. Die Gebäude aus den 1950er- und 60er-Jahren sind Brutalismus in Reinform — man mag das oder nicht, aber die Foyers sind öffentlich zugänglich, warm und haben Toiletten und Sitzplätze. Das Programm steht beim Southbank Centre.
Weiter östlich liegt die Tate Modern im Bau des ehemaligen Kraftwerks Bankside. Der Eintritt zur Sammlung ist frei, ohne Zeitfenster und ohne Anmeldung; nur Sonderausstellungen kosten. Geöffnet ist Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, freitags und samstags bis 21 Uhr — Details bei der Tate. Auch wenn moderne Kunst nicht dein Thema ist: Die Turbinenhalle im Erdgeschoss ist ein Raum, den man einmal gesehen haben sollte, und sie kostet nichts.
Direkt vor der Tate Modern beginnt die Millennium Bridge, eine Fussgängerhängebrücke, die Bankside mit der City verbindet. Sie wurde im Juni 2000 eröffnet und zwei Tage später wieder geschlossen: Der Gleichschritt der Fussgänger brachte sie in seitliche Schwingung. Nach dem Einbau von Dämpfern öffnete sie 2002 wieder. Der Reiz liegt in der Blickachse — die Brücke zielt genau auf die Kuppel von St Paul’s Cathedral.


Danach kommen der Borough Market, The Shard und die HMS Belfast, ein Kreuzer der Royal Navy von 1938, der heute als Museumsschiff am Ufer liegt. Am Ende steht die Tower Bridge.

Tower Bridge: über den Glasboden
Die Tower Bridge wurde 1894 eröffnet und ist eine kombinierte Klapp- und Hängebrücke. Die beiden Fahrbahnhälften lassen sich für Schiffe hochklappen — das passiert bis heute mehrmals pro Woche, die Termine stehen vorab auf der Website. Die neugotische Steinverkleidung war eine Auflage: Der Bau sollte optisch zum benachbarten Tower of London passen.

Über die Brücke laufen kostet nichts. Der Besuch der oberen Gänge ist kostenpflichtig — und lohnt sich. Sie liegen 42 Meter über der Themse, verbinden die beiden Türme und haben seit 2014 in beide Richtungen einen Glasboden: elf Meter lang, unter den Füssen sieht man Busse, Autos und Fussgänger. Wer Höhenangst hat, kann daneben auf dem normalen Boden gehen; niemand muss über das Glas.

Im Ticket enthalten sind ausserdem die viktorianischen Maschinenräume am Südufer mit den originalen Dampfmaschinen, die das Hydrauliksystem bis 1976 antrieben. Sie werden von vielen übersehen und sind der interessantere Teil des Besuchs.

Der Eintritt für Erwachsene liegt regulär bei 18 Pfund, während der Sommeraktion bis 1. September 2026 bei 15.80 Pfund; ermässigt 11.80 Pfund, Kinder von 5 bis 15 Jahren 7.90 Pfund, unter 5 Jahren frei. Geöffnet ist täglich von 9.30 bis 18 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr. Vorbuchen ist empfohlen, verschafft aber keinen Vorzugseinlass — die Warteschlange steht draussen auf der Brücke. Alles Aktuelle bei der Tower Bridge.

Tower of London: Festung, Gefängnis, Schatzkammer
Offiziell heisst er His Majesty’s Royal Palace and Fortress of the Tower of London. Wilhelm der Eroberer liess um 1078 mit dem White Tower beginnen; ringsum wuchs über die Jahrhunderte eine doppelte Ringmauer mit 21 Türmen.

Der Ruf als ausbruchsicheres Gefängnis hat mit der Lage zu tun: Gefangene wurden über die Themse herangebracht und durch das Wassertor direkt in die Anlage geführt. Zu den Häftlingen zählten der spätere König Heinrich IV., Anne Boleyn, Thomas More, Thomas Cromwell, Lady Jane Grey und der Seefahrer Walter Raleigh. 1941 sass hier für kurze Zeit auch Rudolf Heß, der stellvertretende Führer der NSDAP, nach seinem Flug nach Schottland.
Wahrzeichen sind die Raben. Der Legende nach fallen Tower und Königreich, wenn sie den Ort verlassen; deshalb lebt dauerhaft eine Gruppe von mindestens sechs Raben auf dem Gelände, betreut von einem eigenen Ravenmaster. Im Ticket enthalten sind die Kronjuwelen, der White Tower, die Wehrgänge und — soweit verfügbar — eine Führung durch einen der Yeoman Warder, der «Beefeaters».
Der Eintritt für Erwachsene beträgt 37 Pfund ohne die freiwillige Spende, Senioren ab 65 und Studierende zahlen 29.50 Pfund, Kinder von 5 bis 15 Jahren 18.50 Pfund, unter 5 Jahren frei. Geöffnet ist täglich von 9 bis 17.30 Uhr, letzter Einlass 16.30 Uhr, letzte Yeoman-Warder-Führung 15.15 Uhr. Historic Royal Palaces empfiehlt zwei bis drei Stunden und weist darauf hin, dass es nachmittags ruhiger ist. Aktuell laufen Konservierungsarbeiten, einzelne Bereiche sind eingeschränkt zugänglich — Stand und Preise bei Historic Royal Palaces.

Notting Hill
Notting Hill liegt im Westen der Stadt und ist bekannt für seine Reihenhäuser in Pastellfarben, die Antiquitäten- und Trödelmeile der Portobello Road und den Karneval am August-Feiertag, den grössten Strassenkarneval Europas.
Der Grund, warum die meisten herkommen, ist ein Film: «Notting Hill» mit Julia Roberts und Hugh Grant von 1999. Der Buchladen aus dem Film gibt es tatsächlich — der Notting Hill Bookshop in der Blenheim Crescent 13 diente als Vorlage. Er ist ein echter Buchladen, aber vor der blauen Fassade steht fast immer eine Schlange für Fotos.

Ehrlicherweise: Der Film ist der schwächere Grund für den Besuch. Interessanter ist das Viertel selbst — die ruhigen Wohnstrassen abseits der Portobello Road mit ihren gepflegten Stadthäusern, Vorgärten und farbigen Türen. Der grosse Antiquitätenmarkt ist samstags; unter der Woche ist die Portobello Road eine normale Strasse mit Cafés und deutlich weniger Betrieb.

Museen, die nichts kosten
Die meisten grossen nationalen Museen und Galerien Londons verlangen für ihre Dauerausstellungen keinen Eintritt. Das ist keine Aktion, sondern staatliche Politik: Die Häuser werden öffentlich finanziert, damit sie allen offenstehen.
Kostenlos zugänglich sind unter anderem das British Museum (täglich 10 bis 17 Uhr, freitags bis 20.30 Uhr; ein kostenloses Zeitfenster vorab zu buchen, verkürzt die Wartezeit — britishmuseum.org), das Natural History Museum, das Science Museum, die National Gallery am Trafalgar Square, das Victoria and Albert Museum, die Tate Modern und die Tate Britain. Bezahlt werden nur Sonderausstellungen.
Praktisch heisst das: Bei Regen — und Regen kommt in London vor — hat man ein volles Alternativprogramm, das nichts kostet. Wir haben die Museumsbesuche bewusst als Puffer eingeplant statt als Fixpunkte.
Windsor: Tagesausflug zur ältesten bewohnten Burg der Welt
Windsor liegt rund 40 Kilometer westlich von London und ist mit dem Zug gut erreichbar. Zwei Verbindungen bieten sich an: Von London Paddington mit Great Western Railway über Slough nach Windsor & Eton Central, mit Umsteigen rund 30 bis 40 Minuten. Oder von London Waterloo mit South Western Railway direkt nach Windsor & Eton Riverside, gut 55 Minuten ohne Umsteigen. Central liegt näher am Burgtor, von Riverside sind es zehn Minuten zu Fuss.

Windsor Castle ist seit 1110 königliche Residenz und nach Angaben von Royal Collection Trust die älteste und grösste durchgehend bewohnte Burg der Welt. Gegründet wurde sie von Wilhelm dem Eroberer im 11. Jahrhundert; seither haben 40 Monarchen hier gelebt. Charles III. nutzt sie bis heute als offizielle Residenz.
Das auffälligste Bauwerk ist der Round Tower, den Heinrich II. im 12. Jahrhundert an der Stelle der ursprünglichen Holzburg errichten liess. Ganz rund ist er nicht: Nach einer Beschiessung im frühen 13. Jahrhundert wurde die Südseite unter Heinrich III. in D-Form verstärkt. Georg IV. setzte im 19. Jahrhundert zehn Meter obendrauf, allein der Wirkung wegen — der Ring im Mauerwerk, der die alte Höhe markiert, ist noch zu sehen.

Zugänglich sind vier Bereiche. Die Ceremonial Rooms sind die grossen Staatsgemächer, die der König heute für Staatsbesuche, Investituren und Ordensverleihungen nutzt; der auffälligste Raum ist der Grand Reception Room mit der Malachit-Vase, ein Geschenk von Zar Nikolaus I. an Königin Victoria. Die historischen Räume wurden für Karl II. und seine Frau Katharina von Braganza gebaut, nach dem alten Prinzip immer kleiner werdender Zimmer, je näher man dem Monarchen kam. Die Semi-State Rooms sind die Privaträume Georgs IV. und gehören zu den aufwendigsten Innenräumen Englands — sie öffnen in der Regel nur von Herbst bis Frühling. Beim Brand von 1992 wurden grosse Teile zerstört und in fünf Jahren nach den Originalentwürfen wiederhergestellt.
Ein eigener Anziehungspunkt ist Queen Mary’s Dolls’ House, gebaut zwischen 1921 und 1924 für Queen Mary, die Frau Georgs V., vom Architekten Sir Edwin Lutyens. Über 1’500 Handwerker und Künstler haben daran mitgearbeitet; das Haus hat funktionierende Aufzüge, fliessendes Wasser, elektrisches Licht, einen bestückten Weinkeller und eine Bibliothek mit über 200 eigens geschriebenen Büchern.


Die St George’s Chapel aus dem 15. Jahrhundert steht im unteren Burghof und ist eines der besten Beispiele englischer Gotik. Sie ist die geistliche Heimat des Hosenbandordens, den Eduard III. 1348 stiftete, und war Schauplatz vieler königlicher Hochzeiten — unter anderem der von Harry und Meghan 2018. In der Kapelle liegen elf Monarchen begraben, darunter Elizabeth II., Georg VI., Heinrich VIII. und Karl I. Fotografieren ist im Inneren nicht erlaubt.
Ein Hinweis, der leicht die Planung kippt: Sonntags ist die Kapelle für Besichtigungen geschlossen, weil den ganzen Tag Gottesdienste stattfinden. Wer das Grab von Elizabeth II. sehen will, darf also nicht sonntags kommen.
Die Wachablösung ist auch hier ein Programmpunkt, aber die Terminlage ist erklärungsbedürftig. Die Household Division nennt für die Windsor Castle Guard Dienstag, Donnerstag und Samstag, 11 Uhr. Die Burg selbst ist jedoch dienstags und mittwochs geschlossen. Für Besucher heisst das nach Angaben von Royal Collection Trust: An Donnerstag und Samstag marschieren die Wachen kurz vor 11 Uhr durch die Stadt hinauf und wechseln im Quadrangle; an Montag und Freitag gibt es innerhalb der Burg die kleinere Captain’s Inspection, ebenfalls kurz vor 11 Uhr. Um die volle Zeremonie im Innenhof zu sehen, braucht man ein Eintrittsticket. Der Marsch durch die Stadt ist von der Strasse aus kostenlos zu sehen.


Der Eintritt ist nicht günstig: 32 Pfund für Erwachsene bei Vorausbuchung, 36 Pfund am selben Tag; junge Erwachsene von 18 bis 24 zahlen 21 beziehungsweise 24 Pfund, Kinder von 5 bis 17 Jahren 16 beziehungsweise 18 Pfund, unter 5 Jahren frei. Dafür lässt sich das Ticket kostenlos in einen Jahrespass umwandeln, der ein Jahr lang beliebig oft Einlass gewährt — für vorgebuchte Folgebesuche fällt eine Bearbeitungsgebühr von 2 Pfund an.
Wichtig für die Planung: Die Burg ist Donnerstag bis Montag geöffnet, dienstags und mittwochs geschlossen. Von März bis Oktober von 10 bis 17.15 Uhr (letzter Einlass 16 Uhr), von November bis Februar von 10 bis 16.15 Uhr (letzter Einlass 15 Uhr). Weil Windsor ein genutzter Palast ist, kann es kurzfristig zu Schliessungen kommen; die aktuelle Liste führt Royal Collection Trust. Der Multimedia-Guide ist im Ticket enthalten und auf Deutsch verfügbar. Royal Collection Trust empfiehlt anderthalb bis zwei Stunden — wir würden mehr einplanen.
Zwei praktische Hinweise: Am Eingang gibt es eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen, also möglichst wenig mitnehmen. Und es gibt keine Besucherparkplätze an der Burg — wer mit dem Auto kommt, nutzt die öffentlichen Parkhäuser im Stadtzentrum. Auf dem Gelände liegt das Undercroft Café in einem der ältesten erhaltenen Räume der Anlage, mit Sandwiches, Salaten und Kuchen. Trotz der Eintrittspreise: Die Burg ist es wert.

Das Städtchen Windsor selbst ist klein und in einer Stunde durchlaufen. Vom Bahnhof führt die Peascod Street als Fussgängerzone direkt auf die Burg zu, mit Läden, Cafés und Restaurants. Ein Nachmittag reicht für beides, ein ganzer Tag ist entspannter — und wer nach dem Rundgang noch Zeit hat, nimmt einen Kaffee und ein Stück Carrot Cake mit Frischkäse-Glasur, das britische Standardgebäck schlechthin. Auf der anderen Seite der Themse liegt Eton mit dem berühmten College, zu Fuss über die Brücke in zehn Minuten erreichbar.

Praktisches auf einen Blick
Wie lange? Vier bis fünf Tage für das Zentrum plus einen Tag Windsor. Weniger geht, dann muss man aber Kompromisse machen.
Beste Zeit? April bis Oktober. Der Mai und der September sind die vernünftigsten Monate: mildes Wetter, lange Tage, weniger Andrang als im Hochsommer. Regen ist ganzjährig möglich — eine leichte Jacke gehört immer in den Rucksack.
Was kostet ein Tag? Wer die drei grossen kostenpflichtigen Sehenswürdigkeiten in einer Reise unterbringt — Tower of London, Tower Bridge und Westminster Abbey —, zahlt allein dafür 86 Pfund pro Person zum Regulärpreis (37 + 18 + 31), während der Sommeraktion knapp 80 Pfund. Dazu Verkehr (8.90 Pfund Tagesdeckel in den Zonen 1–2) und Essen. Nach unten lässt sich das gut regulieren, weil Museen, Parks und der ganze Themse-Spaziergang nichts kosten.
Buchen oder nicht? Für Tower of London, Tower Bridge, Westminster Abbey, London Eye und Windsor Castle lohnt sich Vorausbuchung: Sie ist günstiger und sichert das Zeitfenster. Für die Wachablösungen und die Gratis-Museen braucht es nichts — mit Ausnahme des British Museum, wo ein kostenloses Zeitfenster die Wartezeit verkürzt.
Ein Hinweis zum Schluss: Die Preise für Tower Bridge, Westminster Abbey und London Eye sind in diesem Text auf dem Stand der staatlichen Sommeraktion, die am 1. September 2026 endet. Danach gelten wieder die höheren Regulärpreise, die im Text jeweils mit angegeben sind.
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