Irland lässt sich in neun Tagen umrunden, und man sieht dabei mehr, als die Karte vermuten lässt: Die Insel ist kleiner als Bayern. Von Dublin an die Nordküste, weiter nach Donegal, durch Connemara an die Cliffs of Moher und zum Schluss auf den Ring of Kerry — das ist die klassische Runde, und sie funktioniert. Was dabei auffällt, sind nicht die einzelnen Sehenswürdigkeiten, sondern die Dichte: grüne Weiden, Klippen, Burgruinen, Pubs und alle paar Stunden ein Wetterwechsel.

Ein Punkt vorweg, der die Planung mehr beeinflusst als alles andere: Diese Rundreise führt durch zwei Staaten. Die Republik Irland ist EU-Mitglied und zahlt mit Euro. Nordirland gehört zum Vereinigten Königreich, ist seit dem Brexit nicht mehr in der EU und zahlt mit Pfund Sterling. Was das praktisch heisst, steht weiter unten unter «Praktisches».
Anreise: Flug nach Dublin, dann Mietwagen
Dublin Airport liegt rund zehn Kilometer nördlich der Innenstadt. Aus der Schweiz und aus Deutschland gibt es Direktflüge, unter anderem mit Aer Lingus ab Zürich; die Flugzeit beträgt gut zwei Stunden. Wer die Insel umrunden will, holt den Mietwagen am besten direkt am Flughafen — die Anbieter sitzen gebündelt im Mietwagenzentrum, und man spart sich die Fahrt in die Innenstadt und wieder heraus.
Beim Mietwagen sind in Irland drei Dinge anders als auf dem Kontinent:
Linksverkehr. Gelenkt wird auf der rechten Sitzseite, geschaltet mit der linken Hand. Nach ein bis zwei Stunden geht das, kritisch bleiben Kreisverkehre und das Abbiegen aus dem Stand. Automatikgetriebe kosten Aufpreis und sind schnell ausgebucht — früh buchen.
Versicherung. Irland ist einer der wenigen Märkte, in denen viele Kreditkarten-Mietwagenversicherungen ausdrücklich ausgeschlossen sind. Wer sich darauf verlässt, steht am Schalter vor der Wahl, die teure Vollkaskoversicherung des Vermieters zu nehmen oder eine hohe Kaution zu hinterlegen. Vor der Buchung die Bedingungen prüfen.
Grenzübertritt nach Nordirland. Die Grenze selbst ist unsichtbar — keine Kontrolle, kein Schlagbaum, man merkt es an den Tempolimits, die von km/h auf mph wechseln. Der Mietvertrag ist trotzdem entscheidend: Die meisten Anbieter verlangen eine Cross-Border-Gebühr, damit die Versicherung im Vereinigten Königreich greift. Die Beträge unterscheiden sich stark, einzelne Anbieter verzichten ganz darauf. Kläre das vor der Buchung schriftlich und gib die Fahrt nach Nordirland beim Abholen an — die Fahrzeuge sind ortbar.

Wer nicht selbst fahren will, findet ein dichtes Angebot an geführten Rundreisen mit Bus. Die fahren dieselbe Route, halten an denselben Punkten und nehmen einem die Versicherungs- und Grenzfragen ab — dafür bestimmt der Fahrplan den Tag.
Dublin: kompakt, laut und zu Fuss machbar
Dublin ist eine Hauptstadt in Fussgängergrösse. Die Sehenswürdigkeiten liegen beidseits des Liffey, und wer zügig geht, hat die wichtigsten an einem Tag gesehen.

Im Süden liegt Trinity College mit der Old Library und dem Book of Kells, einer illuminierten Evangelienhandschrift aus dem 9. Jahrhundert. Ein Stück weiter westlich steht die St Patrick’s Cathedral, die grösste Kirche des Landes, daneben die ältere Christ Church Cathedral. Am Fluss liegen Dublin Castle und das Guinness Storehouse — Letzteres ist die meistbesuchte Attraktion der Stadt und entsprechend organisiert: Zeitfenster buchen, sonst wartet man.

Temple Bar ist das Ausgehviertel mit den Kopfsteinpflastergassen und den Pubfassaden, die auf jedem Dublin-Foto zu sehen sind. Tagsüber ist es fotogen, abends sehr voll und sehr teuer — ein Pint kostet hier deutlich mehr als zwei Strassen weiter. Wer Livemusik hören will, ohne den Touristenaufschlag zu zahlen, geht in die Pubs rund um die Camden Street oder in die traditionellen Häuser am Rand der Innenstadt.

Der grösste Kontrast zur Innenstadt liegt im Westen: der Phoenix Park, mit über 700 Hektar einer der grössten umschlossenen Stadtparks Europas. Hier leben frei laufende Damhirsche, hier steht der Amtssitz des Präsidenten, das Áras an Uachtaráin, und hier ist es still. Der Eintritt kostet nichts.
Für Dublin allein reichen zwei Tage. Wer die Rundreise vor sich hat, nimmt einen Tag zu Beginn und hebt sich den Rest für den Schluss auf — die meisten Routen enden ohnehin wieder hier.
Belfast: Werftgeschichte und ein Konflikt, der sichtbar bleibt
Belfast liegt gut zwei Autostunden nördlich von Dublin an der Mündung des Lagan in den Belfast Lough. Die Stadt hat rund 350’000 Einwohner und war über ein Jahrhundert eine der wichtigsten Werftstädte der Welt. Beides prägt das Stadtbild bis heute — und dazu kommt ein drittes Thema, das man nicht übersehen kann.
Der Nordirlandkonflikt in zwei Absätzen
Als Irland 1921 die Unabhängigkeit erlangte, blieben sechs Grafschaften im Norden beim Vereinigten Königreich. Dort stellten protestantische Unionisten beziehungsweise Loyalisten die Mehrheit, die katholische, republikanisch orientierte Minderheit war bei Wohnungsvergabe, Arbeit und Wahlrecht systematisch benachteiligt. Aus der Bürgerrechtsbewegung der späten 1960er-Jahre wurde ein Konflikt, der als The Troubles rund drei Jahrzehnte dauerte und über 3’500 Todesopfer forderte — durch paramilitärische Gruppen beider Seiten und durch Sicherheitskräfte.
Das Karfreitagsabkommen von 1998 beendete den bewaffneten Konflikt und schuf eine Regionalregierung, in der beide Lager vertreten sein müssen. Der Frieden hält, die Trennung im Alltag aber besteht weiter: In Belfast leben viele Quartiere nach wie vor faktisch getrennt, und an Fahnen, Bordsteinbemalungen und Wandbildern erkennt man ohne Mühe, in welchem Teil man sich gerade befindet.
Die sichtbarste Folge sind die Peace Walls — Mauern und Zäune, teils über acht Meter hoch, die loyalistische und republikanische Wohngebiete voneinander trennen. Die bekannteste verläuft zwischen Shankill Road und Falls Road, einige Tore werden bis heute nachts geschlossen. Auf beiden Seiten sind die Mauern mit Wandbildern bemalt: politische Motive, Gedenken an Opfer, Aufrufe zum Frieden. Das lässt sich auf eigene Faust anschauen; eine geführte Tour, oft mit Guides aus beiden Communities, ordnet die Bilder allerdings deutlich besser ein.
Was sich in Belfast lohnt
Titanic Belfast steht auf dem Gelände der Werft Harland & Wolff, genau dort, wo die Titanic 1911 vom Stapel lief. Das Museum erzählt auf mehreren Etagen die Geschichte des Schiffs und der Werftstadt. Der Eintritt kostet 24.95 GBP für Erwachsene und 11 GBP für Kinder von 5 bis 15 Jahren; der Besuch der SS Nomadic ist im Ticket enthalten. Das ist das letzte erhaltene Schiff der White Star Line — ein Tenderboot, das in Cherbourg Passagiere zur Titanic brachte. Die Öffnungszeiten wechseln monatlich, im Sommer ab 8.30 Uhr bis 19 oder 19.30 Uhr; letzter Einlass ist 1 Stunde 40 Minuten vor Schluss. Wer früh kommt, zahlt weniger: Das Early-Riser-Ticket für den Einlass zwischen 8.30 und 9.50 Uhr kostet 19.95 GBP.
Das Crumlin Road Gaol ist ein Gefängnis von 1845, das bis 1996 in Betrieb war und in dem während der Troubles zahlreiche politische Gefangene sassen. Heute führen Guides durch Zellen, Tunnel und Hinrichtungsraum. Geöffnet ist montags bis freitags mit Einlass von 10.30 bis 15.30 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr. Der Erwachsenenpreis liegt je nach Tourvariante etwa zwischen 14.50 und 18.50 GBP — den aktuellen Stand nennt die Website des Gaol. Zeitfenster vorab buchen.
Die City Hall von 1906 im Zentrum ist ein Bau, mit dem sich Belfast auf dem Höhepunkt seiner Industriezeit selbst gefeiert hat: Kuppel, Marmorhalle, Buntglas. Der Eintritt ist frei, es gibt eine kostenlose Dauerausstellung zur Stadtgeschichte und Führungen. Rundherum liegt ein Rasenplatz mit Denkmälern, unter anderem dem Titanic Memorial.

Der St George’s Market von 1890 ist die letzte erhaltene viktorianische Markthalle der Stadt und öffnet freitags, samstags und sonntags — Fisch, Käse, Backwaren, Kunsthandwerk, dazu Livemusik. Wer nur an einem Wochentag in Belfast ist, hat Pech; dann bleibt das Gebäude von aussen.
Im Cathedral Quarter rund um die St Anne’s Cathedral standen früher die Lagerhäuser, heute liegen dort die Restaurants und Musikpubs. Die kürzeste und dichteste Gasse ist der Commercial Court mit dem historischen Duke of York und dem Dark Horse, dessen Innenhof komplett mit Wandbildern ausgemalt ist. Am Fluss steht der Big Fish, eine rund zehn Meter lange Lachsskulptur aus bemalten Keramikkacheln, offiziell «Salmon of Knowledge». Die Kacheln zeigen Motive aus der Stadtgeschichte — es lohnt sich, näher heranzugehen statt nur davor zu posieren.

Zwei Orte kosten nichts und werden oft übersehen: die Aussichtsplattform in der Kuppel des Einkaufszentrums Victoria Square mit Rundblick über die Stadt bis zum Parlamentsgebäude Stormont — und der Campus der Queen’s University mit dem neugotischen Lanyon Building von 1849. Direkt daneben liegen die Botanic Gardens mit dem gusseisernen Palmenhaus von 1840 und dem Tropical Ravine. Park und Gewächshäuser sind gratis; die Gewächshäuser haben kürzere Öffnungszeiten als der Park.

Bushmills und Giant’s Causeway: die Causeway Coast
Von Belfast an die Nordküste sind es rund 90 Minuten. Das Dorf Bushmills in der Grafschaft Antrim ist bekannt für die Old Bushmills Distillery, eine der ältesten Whiskeybrennereien der Welt — die königliche Brennlizenz für die Gegend stammt von 1608. Führungen dauern rund 40 Minuten, mit Verkostung anderthalb Stunden; geöffnet ist montags bis samstags von 10 bis 16.45 Uhr, sonntags ab 11 Uhr. Der Einstiegspreis für Erwachsene liegt bei rund 20 GBP, Spezialverkostungen kosten deutlich mehr. Der Ort selbst ist klein, hat aber genug alte Bausubstanz für einen kurzen Spaziergang.

Drei Kilometer weiter liegt der Giant’s Causeway, der Damm des Riesen, seit 1986 UNESCO-Weltnaturerbe. Rund 40’000 Basaltsäulen stehen dicht an dicht, die meisten sechseckig, manche fünf- oder siebeneckig. Entstanden sind sie vor rund 50 bis 60 Millionen Jahren: Eine dicke Basaltlava kühlte langsam ab, schrumpfte dabei und riss in einem regelmässigen Muster — dasselbe Prinzip wie bei trocknendem Schlamm, nur in Stein. Die Sage erzählt es anders: Der Riese Fionn mac Cumhaill baute den Damm, um den schottischen Riesen Benandonner zum Kampf zu stellen. Dass auf der schottischen Insel Staffa dieselben Säulen stehen, passt gut zur Geschichte.

Der wichtigste Praxishinweis: Der Zugang zu Fuss ist kostenlos. Die Säulen liegen auf öffentlich zugänglichem Küstenland, und man kann sie ohne Ticket erreichen. Bezahlt wird für das Visitor Experience des National Trust — Ausstellung, Audioguide und, das ist der Punkt, den Parkplatz. Das Ticket kostet 16 GBP für Erwachsene, 8 GBP für Kinder und 40 GBP für Familien, ausserhalb der Stosszeiten etwas weniger; Mitglieder des National Trust zahlen nichts. Wer nur die Säulen sehen will, parkt in Portballintrae oder Bushmills und läuft die Küste entlang. Vom Besucherzentrum sind es rund 15 Gehminuten hinunter, alternativ fährt ein kostenpflichtiger Shuttlebus.

Unser Tipp: Nicht nur zu den Säulen gehen. Der Klippenweg oberhalb — Teil des Causeway Coast Way — bietet die besseren Aussichten, und dort sind deutlich weniger Menschen unterwegs. Feste Schuhe und eine Windjacke gehören dazu, der Wind kommt hier ungebremst vom Atlantik.
Auf dem Weg Richtung Derry liegt Dunluce Castle auf einem Felsvorsprung direkt über dem Meer. Die Burg aus dem 16. Jahrhundert ist Ruine; ein Teil der Küche stürzte im 17. Jahrhundert ins Meer. Auch von aussen, vom Parkplatz an der Küstenstrasse, ist sie einer der fotogensten Punkte der Strecke.

Derry / Londonderry: die vollständigste Stadtmauer der Insel
Die zweitgrösste Stadt Nordirlands liegt direkt an der Grenze zur Republik und trägt zwei Namen. Derry kommt vom irischen Doire, «Eichenhain» — Eichen stehen bis heute an vielen Stellen im Stadtbild. Der Zusatz «London» kam 1613, als Londoner Handelsgilden die Stadt im Rahmen der Plantation of Ulster ausbauten. Welchen Namen jemand benutzt, ist bis heute eine politische Aussage; die neutrale Variante lautet «Derry~Londonderry», und im Alltag sagen fast alle Derry.
Die Stadt steht für zwei der dunkelsten Kapitel der Insel: die Belagerung von 1689, als die Stadt 105 Tage lang eingeschlossen war, und den Bloody Sunday vom 30. Januar 1972, als britische Fallschirmjäger bei einer Bürgerrechtsdemonstration im Stadtteil Bogside 13 unbewaffnete Demonstranten erschossen; ein weiterer Verletzter starb später. Der Vorfall gilt als eine der Eskalationsstufen des Konflikts. Im Bogside erinnern die grossflächigen Wandbilder der «People’s Gallery» daran, dazu das Museum of Free Derry.
Rundgang
Die Stadtmauer ist der beste Einstieg. Zwischen 1613 und 1619 gebaut, rund 1,5 Kilometer lang, nie durchbrochen und nie abgetragen — sie gilt als die vollständigste erhaltene Stadtmauer Irlands und Grossbritanniens. Oben verläuft ein durchgehender Weg mit den historischen Toren, Bastionen und alten Kanonen. Der Rundgang ist frei zugänglich, jederzeit begehbar und dauert mit Pausen etwa eine bis anderthalb Stunden. Von der Mauer aus sieht man in beide Welten: auf die Innenstadt und hinunter auf den Bogside.

Die Guildhall unterhalb der Mauer wurde 1890 im neugotischen Stil errichtet und ist bis heute Sitz des Stadtrats. Der Eintritt ist frei, im Erdgeschoss informiert eine Ausstellung über die Plantation of Ulster. Sehenswert sind vor allem die Buntglasfenster, die die Stadtgeschichte erzählen — es sind über 20. Geöffnet ist montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr (letzter Einlass 19 Uhr), samstags und sonntags von 9 bis 18 Uhr.
Das Craft Village zwischen Shipquay Street und Magazine Street ist ein Nachbau einer Gasse des 18. und eines Platzes des 19. Jahrhunderts, entstanden in den 1980er-Jahren. Heute sitzen dort kleine Läden, Cafés und Werkstätten — ein guter Ort für Frühstück oder Kaffee mit hausgebackenem Kuchen, und einer der wenigen windgeschützten Plätze der Innenstadt.
Für Fans der Serie Derry Girls: Das grosse Wandbild mit den fünf Hauptfiguren ist an der Seitenwand der Badger’s Bar in der Orchard Street im Zentrum. Die Serie spielt in den 1990er-Jahren, mitten in den Troubles, und erzählt sie aus der Perspektive von Teenagern — sie hat mehr für das Image der Stadt getan als jede Kampagne.
Glenveagh-Nationalpark und Donegal
Hinter Derry beginnt die Republik und damit die Grafschaft Donegal — dünn besiedelt, rau, für viele der schönste Teil der Insel.
Der Glenveagh-Nationalpark ist mit rund 170 Quadratkilometern der zweitgrösste Nationalpark Irlands. Er umfasst Berge, Seen, Wasserfälle und Reste des ursprünglichen Eichenwalds, mitten in den Derryveagh Mountains. Hier lebt eine wieder angesiedelte Rotwildpopulation, und seit 2001 wurden Steinadler ausgewildert. Am Parkeingang steht das Besucherzentrum mit Ausstellung, im Zentrum des Parks das Glenveagh Castle aus dem 19. Jahrhundert, am Ufer des Lough Veagh.

Der Park ist täglich geöffnet, der Eintritt ins Gelände kostet nichts. Vom Besucherzentrum bis zum Schloss sind es rund 3,7 Kilometer entlang des Sees — ein schöner Spaziergang, oder man nimmt den Shuttlebus für 3 EUR retour (Ermässigte 2 EUR, Einzelfahrt 1.50 EUR). Der Schlossbesuch kostet 7 EUR für Erwachsene, 5 EUR ermässigt und 15 EUR für Familien. Wichtig für die Planung: Das Schloss ist montags und freitags geschlossen, letzte Führung gegen 16.45 Uhr. Der Park selbst ist an diesen Tagen trotzdem offen. Aktuelle Angaben stehen bei den National Parks.

Donegal Town liegt eine gute Autostunde südlich und ist klein — rund 2’600 Einwohner. Der Ort war Stammsitz des Clans O’Donnell, der bis zum frühen 17. Jahrhundert eine der mächtigsten Familien Irlands war und in den Auseinandersetzungen mit der englischen Krone eine zentrale Rolle spielte. Vom Donegal Castle aus dem 15. Jahrhundert am Fluss Eske ist der Wohnturm erhalten und restauriert. Im Zentrum liegt der dreieckige Marktplatz, der Diamond, ringsherum eine für die Ortsgrösse bemerkenswerte Zahl an Pubs.
Der schönste Programmpunkt ist die Bootsfahrt: Der Donegal Bay Waterbus fährt vom Pier im Zentrum eine 75-minütige Runde durch die Bucht, vorbei an einer Robbenkolonie auf Seal Island, an Klosterruinen und an der Küste, die man von Land aus nicht sieht. Erwachsene zahlen 20 EUR, Kinder bis 16 Jahre 7 EUR, unter 4 Jahren gratis. Es fahren bis zu drei Touren täglich — die Zeiten hängen von den Gezeiten ab und wechseln entsprechend, deshalb vorher bei Donegal Bay Waterbus nachsehen oder anrufen. Die Robben sind auf den meisten Fahrten zu sehen, garantiert ist es nicht.
Mullaghmore: Atlantik von seiner rauen Seite
Rund 40 Minuten südlich, schon in der Grafschaft Sligo, liegt Mullaghmore — ein Fischerdorf auf einer Halbinsel, direkt am Wild Atlantic Way. Der Ort ist im Sommer ein ruhiger Badeplatz mit langem Sandstrand. Im Winter ist er etwas anderes: Bei grossem Swell brechen vor Mullaghmore Head Wellen von über zehn Metern, und der Spot gilt als einer der ernsthaftesten Big-Wave-Reviere Europas.
Auf den Klippen steht Classiebawn Castle, ein neugotisches Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert, das die ganze Halbinsel dominiert. Es ist Privatbesitz und nicht zu besichtigen — der Blick darauf ist trotzdem einer der bekanntesten Anblicke der Region. Das Anwesen gehörte Louis Mountbatten, der 1979 vor der Küste bei einem IRA-Bombenanschlag auf sein Boot getötet wurde.

Auf den offenen Grasflächen über dem Strand lebt der Irische Hase, eine eigene Unterart, die seit der letzten Eiszeit auf der Insel vorkommt und anders als der Feldhase im Winter nur selten weiss wird. Mit etwas Geduld sieht man ihn in der Dämmerung.

Connemara und Kylemore Abbey
Der Weg nach Süden führt durch Connemara, eine Landschaft aus Torfmoor, Seen, Steinmauern und den Bergen der Twelve Bens. Bäume gibt es kaum, dafür ein Licht, das sich im Halbstundentakt ändert. Connemara ist auch eine der grössten Gaeltacht-Regionen: Gebiete, in denen Irisch Alltagssprache ist — Ortsschilder stehen dort nur auf Irisch.
Mitten darin liegt Kylemore Abbey am Ufer des Pollacapall Lough. Das Schloss wurde ab 1867 vom Manchester Kaufmann Mitchell Henry für seine Frau Margaret gebaut; nach ihrem frühen Tod entstanden das Mausoleum und die neugotische Kirche, eine Miniaturausgabe einer Kathedrale. Seit 1920 lebt hier eine Gemeinschaft von Benediktinerinnen, die aus dem belgischen Ypern vor dem Ersten Weltkrieg geflohen war und bis 2010 ein Mädcheninternat führte.

Der Eintritt kostet 15 EUR für Erwachsene und deckt das gesamte Anwesen ab: Schlossräume, Kirche, Mausoleum, Seeufer und den viktorianischen Ummauerten Garten, mit rund drei Hektar der grösste seiner Art in Irland. Er ist in Blumen- und Küchengarten geteilt, dazwischen läuft ein Bach; restauriert sind auch das Gärtnerhaus und die Gewächshäuser. Der Garten liegt gut anderthalb Kilometer vom Schloss entfernt, ein Shuttle fährt dorthin. Auf dem Gelände gibt es Handwerksladen, Töpferei und Restaurant. Die Öffnungszeiten wechseln saisonal, im Sommer etwa von 9 bis 17.30 Uhr — der aktuelle Stand steht bei Kylemore Abbey. Für den ganzen Rundgang inklusive Garten sollte man zweieinhalb bis drei Stunden einplanen.
Galway und Kinvara
Galway gilt als Ausgehhauptstadt Irlands, und das ist keine Werbeformel: Die Stadt hat rund 85’000 Einwohner, davon etwa ein Viertel Studierende. In der Fussgängerzone rund um Shop Street und Quay Street stehen die Pubs dicht an dicht, Strassenmusik läuft praktisch durchgehend, und der Abend dauert lang.

Am Fluss Corrib steht der Spanish Arch von 1584, Rest der alten Stadtbefestigung, benannt nach dem Handel mit Spanien. Daneben liegt Claddagh, das ehemalige Fischerdorf vor den Stadtmauern — von den Strohdachhäusern ist nichts mehr da, der Name lebt im Claddagh-Ring weiter: zwei Hände, die ein Herz mit Krone halten, seit dem 17. Jahrhundert das Symbol für Freundschaft, Liebe und Treue. Von dort führt The Long Walk am Wasser entlang, eine Reihe bunt gestrichener Häuser, die zum meistfotografierten Motiv der Stadt geworden ist.

Galway ist Festivalstadt: Im Juli läuft das Galway International Arts Festival, eines der grössten Kunstfestivals des Landes, Ende Juli und Anfang August die Galway Races — ein Pferderennen, das die ganze Stadt in Beschlag nimmt. Wer in diesen Wochen kommt, sollte lange vorher buchen. In der Bucht liegen die Galway Hookers, traditionelle Segelboote mit dunkelrotbraunen Segeln, die früher Torf und Waren zu den Aran-Inseln brachten.
Südlich von Galway lohnt ein kurzer Halt in Kinvara, einem Hafenort an der Galway Bay. Am Wasser steht Dunguaire Castle, ein Wohnturm von 1520 auf einer kleinen Landzunge — er gilt als eine der meistfotografierten Burgen Irlands, und der Ort selbst ist in zwanzig Minuten abgelaufen. Genau das macht ihn zum guten Zwischenstopp. Ringsum beginnt bereits die Steinlandschaft des Burren, erkennbar an den engmaschigen Trockenmauern, die die Weiden unterteilen.
Cliffs of Moher: Irlands meistbesuchte Naturattraktion
Die Cliffs of Moher in der Grafschaft Clare sind rund 14 Kilometer lang und an der höchsten Stelle 214 Meter hoch. Sie bestehen aus Schichten von Sandstein, Schiefer und Siltstein, die sich vor über 300 Millionen Jahren in einem Flussdelta ablagerten — die waagrechte Schichtung ist von jedem Aussichtspunkt aus zu erkennen. In den Felswänden brüten im Frühling und Sommer über 20 Vogelarten, darunter Papageitaucher.
Auf dem höchsten Punkt steht O’Brien’s Tower, 1835 von Cornelius O’Brien als Aussichtsturm für Besucher gebaut — Massentourismus vor knapp 200 Jahren. Der Zugang ist im Eintritt enthalten, der Turm schliesst allerdings bei Wind oder aus betrieblichen Gründen kurzfristig.

Der Eintritt ab April 2026 beträgt am Tor 15 EUR für Erwachsene, 12 EUR für Studierende und Seniorinnen und 30 EUR für Familien; Kinder unter 12 Jahren sind in Begleitung gratis. Online im Voraus ist es günstiger, und ausserhalb der Stosszeit zwischen 11 und 16 Uhr noch einmal weniger. Das Ticket ist zeitgebunden — ohne Buchung ist der Einlass nicht garantiert. Das Besucherzentrum ist von Mai bis August von 8 bis 21 Uhr offen, in den Randmonaten kürzer; die Monatsübersicht steht bei den Cliffs of Moher.
Was man wissen sollte: Hier weht es fast immer, und zwar deutlich. Jacke und Mütze sind keine Empfehlung, sondern Voraussetzung — bei Sturm wird der Weg gesperrt. Die befestigten Wege sind gesichert, daneben führen ausgetretene Pfade ungesichert weiter an die Kante. Es hat dort tödliche Unfälle gegeben; die Absperrungen stehen aus gutem Grund. Und der Blick ist bei Nebel gleich null: Die Wettervorhersage entscheidet, ob sich der Halt lohnt.
Limerick und Adare
Limerick liegt an der Mündung des Shannon, des längsten Flusses Irlands, und ist mit rund 100’000 Einwohnern die drittgrösste Stadt der Insel. Gegründet haben sie die Wikinger im 9. Jahrhundert; im Mittelalter wurde sie ein wichtiger Handelsplatz. Das Wahrzeichen ist King John’s Castle aus dem frühen 13. Jahrhundert, direkt am Fluss, mit runden Ecktürmen und einer Ausstellung zur Belagerungsgeschichte. Dazu kommen die St Mary’s Cathedral von 1168 und die neugotische St John’s Cathedral mit dem höchsten Kirchturm des Landes.
Zwanzig Autominuten südwestlich liegt Adare, das oft als hübschestes Dorf Irlands bezeichnet wird. Der Ruf kommt von einer Reihe reetgedeckter Cottages entlang der Hauptstrasse, die im 19. Jahrhundert von den Earls of Dunraven für ihre Pächter gebaut und später restauriert wurden. Heute sitzen dort Läden und Restaurants, davor stehen Blumengärten. Dazu kommen ein Trinitarierkloster aus dem 13. Jahrhundert, ein Augustinerkloster und die Reste des Desmond Castle aus dem 12. Jahrhundert.

Wer sich für keltische Vorgeschichte interessiert: In der Nähe von Adare gibt es einen Themenpark mit Nachbauten von Dolmen, Steinkreisen und heiligen Quellen. Die echten megalithischen Anlagen stehen im Osten der Grafschaft am Lough Gur — ein archäologischer Park mit Grabhügeln, Steinkreisen und Siedlungsspuren, die bis rund 3000 v. Chr. zurückreichen. Wer die Wahl hat, fährt zu den Originalen.
An Daingean / Dingle
An Daingean, auf Englisch Dingle, liegt auf der gleichnamigen Halbinsel und ist einer der Orte, in denen Irisch die offizielle und im Alltag verwendete Sprache ist — auf den Wegweisern der Umgebung steht nur die irische Form. Der Ort hat rund 2’000 Einwohner, einen aktiven Fischereihafen und eine Hauptstrasse mit bunt gestrichenen Häusern.

Dingle ist der Ausgangspunkt für den Slea Head Drive, eine Rundstrecke von rund 47 Kilometern um die Spitze der Halbinsel, mit Blick auf die Blasket Islands und mit frühchristlichen Steinbauten am Weg, darunter das Gallarus Oratory. Der Ort selbst hat eine hohe Pubdichte und eine lebendige Musikszene; abends spielen in mehreren Häusern gleichzeitig Musikerinnen und Musiker traditionelle Sessions.
Ring of Kerry: 180 Kilometer Panoramastrasse
Der Ring of Kerry ist die bekannteste Panoramaroute Irlands: eine Schleife von rund 180 Kilometern um die Halbinsel Iveragh, meist ab Killarney. Die Strecke verbindet Küstenabschnitte, Bergpässe, Strände und kleine Orte wie Killorglin, Cahersiveen, Waterville und Sneem. Reine Fahrzeit ohne Halt sind gut drei Stunden — realistisch ist ein ganzer Tag, weil man ständig anhält.

Die Richtungsfrage. Reisebusse fahren den Ring nach einer alten Absprache gegen den Uhrzeigersinn, damit sie sich auf den engen Abschnitten nicht begegnen. Daraus folgen zwei Strategien, und beide haben Anhänger: Wer im Uhrzeigersinn fährt, hat die Busse entgegenkommend statt vor sich und die Meerseite auf der Beifahrerseite — dafür begegnet man ihnen auf schmalen Stellen frontal. Wer gegen den Uhrzeigersinn fährt, gerät hinter Busse, kommt ihnen aber nie entgegen. Wir halten die zweite Variante für die entspanntere: Hinter einem Bus zu fahren ist unangenehmer als gefährlich. Wer früh startet, ist ohnehin vor der Kolonne unterwegs.
Für die Anreise gilt: Die Strasse ist streckenweise schmal, kurvig und ohne Leitplanke. Grosse Wohnmobile sind auf einzelnen Abschnitten offiziell nicht erwünscht. Wer sich das Fahren nicht antun will, nimmt eine Tagestour ab Killarney — die kostet je nach Anbieter meist um die 70 EUR pro Person.
Unterwegs lohnt der Blick ins Landesinnere: Auf der Halbinsel stehen mehrere restaurierte Steinforts aus der Eisenzeit, ringförmige Trockenmauerburgen mitten in den Weiden. Die bekanntesten liegen bei Cahersiveen.

Ein klassischer Halt liegt zwischen Killorglin und Glenbeigh: das Kerry Bog Village Museum, ein Freilichtmuseum mit nachgebauten Torfstecher-, Schmiede- und Handwerkerhäusern des 18. und 19. Jahrhunderts. Gezeigt wird, wie im Moor gelebt und gearbeitet wurde; auf dem Gelände stehen Kerry-Bog-Ponys, eine seltene einheimische Rasse. Erwachsene zahlen 8 EUR, Studierende und Pensionierte 7 EUR, Kinder 4.50 EUR; geöffnet ist täglich von 9 bis 18 Uhr. Der Rundgang dauert etwa 30 bis 45 Minuten.

Killarney-Nationalpark
Der Killarney-Nationalpark wurde 1932 gegründet und ist damit der älteste Irlands. Er umfasst über 10’000 Hektar mit den drei Seen von Killarney, den Bergen der Macgillycuddy’s Reeks im Hintergrund und den grössten zusammenhängenden Eichen- und Eibenwäldern des Landes. Seit 1981 ist er UNESCO-Biosphärenreservat. Hier lebt zudem die einzige durchgehend heimische Rothirschpopulation Irlands.
Der bekannteste Aussichtspunkt ist Ladies View an der N71 zwischen Killarney und Kenmare, benannt nach den Hofdamen von Königin Victoria, die 1861 hier haltmachten. Von dort überblickt man die drei Seen und das Tal.

Der Park ist ganzjährig geöffnet und der Eintritt frei. Bezahlt wird nur für einzelne Gebäude und Angebote. Muckross House, ein viktorianisches Herrenhaus von 1843, kostet Eintritt; die umliegenden Muckross Gardens mit Rhododendren und Wasserläufen sind gratis. Ebenfalls kostenlos ist der Torc Waterfall, ein rund 20 Meter hoher Wasserfall wenige Gehminuten vom Parkplatz an der N71 — nach Regen führt er beeindruckend viel Wasser, und Regen gibt es hier reichlich.

Eine touristische Institution sind die Jaunting Cars, offene Pferdekutschen mit Fahrer, die vom Stadtrand aus in den Park fahren. Sie sind in keinem Eintritt enthalten — Preis vorher vereinbaren.

Wer laufen will: Der Park ist mit markierten Wegen erschlossen, vom kurzen Rundweg um den Muckross Lake bis zu längeren Touren durch den Eichenwald. Feste Schuhe und Regenschutz gehören dazu.
Essen und Trinken: Guinness, Fish and Chips, Irish Breakfast
Guinness ist mehr als ein Bier, es ist eine Institution. Das Stout wird seit 1759 in Dublin gebraut, und der Unterschied zum Export ist tatsächlich schmeckbar — frisch gezapft, mit dichtem cremigem Schaum. Das Zapfen dauert bewusst rund zwei Minuten: Erst wird das Glas zu drei Vierteln gefüllt, dann ruht es, dann wird aufgefüllt. Wer drängelt, outet sich als Tourist. Ein Pint kostet je nach Ort ungefähr 5.50 bis 7 EUR, in Dubliner Touristenlagen mehr.

Fish and Chips bekommt man an der Küste in guter Qualität — frischer Fisch im Bierteig, dicke Pommes, dazu Malzessig. In den Hafenorten wie Dingle oder Donegal lohnt der Blick darauf, welcher Laden bei den Einheimischen Schlange hat.
Das Irish Breakfast ist die zuverlässigste Mahlzeit des Tages: Speck, Würste, Ei, Bohnen, gegrillte Tomate, dazu Black Pudding und White Pudding — Blut- und Grützwurst in Scheiben, gebraten. Wer morgens ordentlich isst, kommt bis zum Abend durch. Dazu Soda Bread, ein Brot mit Natron statt Hefe, das kompakt und leicht säuerlich schmeckt.
Weitere Klassiker: Irish Stew (Lamm, Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten), Boxty (Kartoffelfladen), Colcannon (Kartoffelpüree mit Kohl) und Meeresfrüchte an der Westküste, besonders Austern aus Galway. Beim Whiskey ist zu wissen, dass irischer Whiskey traditionell dreifach destilliert wird und darum milder ist als schottischer.
Übernachten: sinnvolle Etappenorte
Für eine Rundreise zählt nicht das einzelne Hotel, sondern der Standort. Diese Etappen haben sich bewährt:
Dublin zum Auftakt und Abschluss — die Hotels im Zentrum sind teuer, die Gegend um den Flughafen und die westlichen Vororte deutlich günstiger und mit dem Mietwagen praktischer. Belfast oder Antrim für Nordirland; von Antrim aus ist die Causeway Coast schnell erreicht. Derry oder das benachbarte Letterkenny als Basis für Glenveagh und Donegal. Sligo für Mullaghmore und die Nordwestküste. Galway oder Clare für Connemara und die Cliffs of Moher. Und Kerry, meist Killarney oder Tralee, für Ring of Kerry, Dingle und den Nationalpark — dort lohnen sich zwei Nächte am selben Ort, weil der Ring einen ganzen Tag füllt.
Ausserhalb der Städte sind Bed and Breakfast die typische Unterkunftsform: geführte Privathäuser, mit Frühstück, oft günstiger und persönlicher als ein Hotel. In der Hochsaison von Juni bis August sollte man auf der Westküste im Voraus buchen — die Kapazitäten sind begrenzt.
Praktisches: Währung, Grenze, Wetter, Budget
Zwei Länder, zwei Währungen. In der Republik Irland gilt der Euro, in Nordirland das Pfund Sterling. Beide Länder sind weitgehend bargeldlos, Karte funktioniert praktisch überall bis zum kleinen Pub. Trotzdem lohnt es sich, ein paar Pfund dabeizuhaben. Eine Eigenheit: In Nordirland geben mehrere lokale Banken eigene Pfundnoten aus, die auf der Insel überall akzeptiert werden, in England aber gelegentlich auf Skepsis stossen.
Einreise. Für die Republik Irland reicht für EU- und Schweizer Staatsangehörige die Personalausweis- oder Passeinreise. Für Nordirland gilt das Vereinigte Königreich: Seit April 2025 brauchen auch EU- und Schweizer Reisende eine elektronische Einreisegenehmigung, die ETA. Sie kostet seit dem 8. April 2026 20 GBP, ist zwei Jahre gültig und wird online oder per App beantragt; die Bearbeitung dauert in der Regel wenige Tage. Beantragt wird sie über GOV.UK. Wichtig: Es gibt keine Grenzkontrolle zwischen den beiden Landesteilen, aber die Genehmigungspflicht besteht trotzdem. Für Nordirland braucht es einen Reisepass, der Personalausweis genügt dort in der Regel nicht.
Zeit. Irland liegt in der Greenwich-Zeit und damit ganzjährig eine Stunde hinter Mitteleuropa. Die Uhr wird bei der Ankunft eine Stunde zurückgestellt.
Strom. Irland und Nordirland verwenden dreipolige britische Steckdosen (Typ G) mit 230 Volt. Ein Adapter ist zwingend. In manchen Hotelbadezimmern gibt es keine Steckdose — das ist eine Sicherheitsvorschrift, kein Mangel.
Wetter. Der Golfstrom macht das Klima mild, es wird selten sehr heiss und selten sehr kalt. Regen fällt das ganze Jahr, meist als kurzer Schauer. Der Satz, dass man in Irland an einem Tag alle vier Jahreszeiten erlebt, ist keine Übertreibung: Sonne, Wind, Regen und wieder Sonne innerhalb einer Stunde sind normal. Genau daraus entstehen die Regenbogen, für die die Insel bekannt ist — tief stehende Sonne und Schauerzellen zugleich, und das oft mehrfach am Tag.

Praktisch heisst das: Zwiebelprinzip und wasserdichte Jacke, unabhängig von der Jahreszeit. Ein Schirm nützt an der Küste wenig, weil der Wind ihn umdreht. Feste Schuhe braucht man auch ohne Wanderpläne — die Wege an Klippen und in den Parks sind oft nass.
Beste Reisezeit. Mai bis September. Im Mai und Juni ist es am trockensten und am wenigsten voll, im Juli und August am wärmsten und am vollsten, im September wird es ruhiger bei noch brauchbarem Wetter. Ausserhalb dieser Monate haben viele Attraktionen verkürzte Öffnungszeiten oder schliessen ganz.
Trinkgeld. In Restaurants sind rund 10 Prozent üblich, sofern kein Service Charge auf der Rechnung steht. In Pubs wird an der Theke nicht getrunkgeldet. Bei geführten Rundreisen sind Beträge in der Grössenordnung von rund 3 EUR pro Person und Tag für die Reiseleitung und rund 2 EUR für den Fahrer ein gängiger Anhaltspunkt — freiwillig bleibt es in jedem Fall.
Budget-Anhaltspunkte (Stand August 2026). Titanic Belfast 24.95 GBP (Frühbesuch 19.95 GBP). Crumlin Road Gaol rund 14.50 bis 18.50 GBP. Giant’s Causeway Visitor Experience 16 GBP — die Säulen selbst gratis. Bushmills-Führung ab rund 20 GBP. Derry Stadtmauer und Guildhall gratis. Glenveagh Park gratis, Schloss 7 EUR, Shuttle 3 EUR. Donegal Bay Waterbus 20 EUR. Kylemore Abbey 15 EUR. Cliffs of Moher ab 15 EUR am Tor, online günstiger. Kerry Bog Village 8 EUR. Killarney-Nationalpark, Torc Waterfall und Muckross Gardens gratis. Pint Guinness rund 5.50 bis 7 EUR. ETA für Nordirland einmalig 20 GBP.
Und was nichts kostet: Phoenix Park, Belfast City Hall, Botanic Gardens, Aussichtsplattform Victoria Square, Peace Walls, der Fussweg zum Giant’s Causeway, Dunluce Castle von aussen, die Stadtmauer von Derry, die Guildhall, der Glenveagh-Nationalpark, Mullaghmore, Connemara, der Killarney-Nationalpark mit Torc Waterfall und Ladies View — und jeder Küstenabschnitt entlang des Wild Atlantic Way.
Zeitbedarf. Neun Tage sind für diese Runde knapp, aber machbar. Wer mehr Zeit hat, verlängert im Westen: zwei zusätzliche Nächte in Kerry und eine in Connemara bringen mehr als jede weitere Stadt.
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