Kein Kanton hat uns so oft zurückgeholt wie das Wallis. Über 30 unserer Wanderungen sind hier entstanden — von den Gletscherwegen um Zermatt und Saas-Fee bis zu den Rebbergen um Sion. Der Grund ist einfach: Auf engem Raum wechselt das Wallis von hochalpin (mit den höchsten Bergen der Schweiz) zu fast mediterran (mit den sonnigsten Hanglagen und Weinterrassen). Wer nur eine Bergregion der Schweiz kennenlernen will, hat hier die grösste Bandbreite.
Anreise
Das Rhonetal ist per Bahn gut erschlossen: Visp und Brig sind die Drehscheiben, von dort zweigen die Bahnen in die Seitentäler ab — nach Zermatt (das Dorf ist autofrei, Autos bleiben in Täsch) und ins Saastal. Mit dem Auto kommst du über den Lötschberg-Autoverlad oder den Simplonpass ins Tal. Für die Aletscharena (Bettmeralp, Riederalp, Fiescheralp) lässt du das Auto im Tal stehen — hinauf geht es mit den Luftseilbahnen, die Dörfer oben sind autofrei.
Erleben
Zermatt und das Matterhorn. Das Matterhorn (4478 m) ist der Magnet, und die Wege oberhalb von Zermatt liefern ständig neue Blickwinkel darauf — vom Gornergrat über das Trifttal bis zu den Bergseen am 5-Seenweg. Zermatt selbst ist touristisch durchorganisiert; die Ruhe beginnt eine Bahnstation höher.
Saas-Fee und das Saastal. Eine Talkammer weiter östlich, umringt von Viertausendern, mit Gletschernähe schon ab Dorfrand und zutraulichen Murmeltieren an den Hängen von Spielboden. Weniger mondän als Zermatt, für Familien der einfachere Ausgangspunkt.
Der Grosse Aletschgletscher. Der grösste Gletscher der Alpen, rund 22 Kilometer lang und Teil des UNESCO-Welterbes Jungfrau-Aletsch. Von den Aussichtspunkten oberhalb von Bettmeralp und Fiescheralp siehst du den Eisstrom in voller Länge — ein Anblick, der jedes Foto übertrifft. Geführte Touren bringen dich aufs Eis selbst.
Suonen und Rebberge. Die stillere Seite des Wallis: Suonen sind jahrhundertealte Wasserleitungen, deren Unterhaltswege heute flache, spektakulär angelegte Wanderwege sind. Dazu kommen die Weinterrassen zwischen Sion, Salgesch und Leuk — ideal für Frühling und Herbst, wenn oben noch oder schon Schnee liegt.
Wanderempfehlungen
Ausführliche Routenbeschreibungen mit allen Details findest du auf unserer Wanderseite ch-wandern.ch — hier die Auswahl, die sich für Wallis-Einsteiger am meisten lohnt:
- 5-Seenweg Zermatt — der Klassiker mit Matterhorn-Spiegelung in mehreren Bergseen. Wenn du nur eine Wanderung in Zermatt machst, nimm diese.
- Charles Kuonen Hängebrücke — eine der längsten Fussgänger-Hängebrücken der Alpen bei Randa. Kurzer Adrenalinkick mit grossem Talblick, gut als Halbtagestour.
- Blick auf den Grossen Aletschgletscher — die Aussichtstour über dem Eisstrom. Lohnt sich für dich, wenn du das Welterbe sehen willst, ohne selbst aufs Eis zu müssen.
Praktisches
Beste Reisezeit: Hochtouren-Panoramawege Juni bis Oktober; die Talwege durch Reben und entlang der Suonen verlängern die Saison von März bis November. Budget: Die Bergbahnen sind der grösste Posten — Halbtax/GA oder regionale Pässe rechnen sich schnell. Stützpunkte: Zermatt oder Saas-Fee für hochalpin, Bettmeralp für den Aletsch, Sion oder Leuk für die Talseite. Fahrpläne und Billette: SBB.
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