Blick über den Luganersee auf den bewaldeten Monte San Salvatore und die Hänge von Lugano.

Tessin: Burgen, Bergtäler und der Süden der Schweiz

Region: Tessin Land: Schweiz Dauer: 3–6 Tage Beste Reisezeit: März–Juni und September–November

Das Tessin ist die kürzeste Italienreise, die man ohne Grenzübertritt machen kann: Piazze mit Palmen, Grotti mit Steintischen, Dörfer aus Granit — und darüber Bergtäler, die wilder sind als vieles nördlich des Gotthards. Wir kommen vor allem in der Nebensaison hierher: Im Frühling blüht es am Lago Maggiore, wenn in der Deutschschweiz noch Schnee liegt, und im Herbst leuchten die Kastanienwälder.

Anreise

Seit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels — mit 57 Kilometern der längste Eisenbahntunnel der Welt — ist das Tessin per Bahn deutlich schneller erreichbar: Direkte Züge verbinden Zürich mit Bellinzona und Lugano. Mit dem Auto bleibt die Gotthardroute samt Stau-Klassiker vor dem Strassentunnel; wer Zeit hat, nimmt die alte Passstrasse. Vor Ort erschliessen Bahn und Postautos auch die Seitentäler gut.

Übernachten: gut gelegene Unterkünfte

Selbst übernachtet haben wir in diesen Häusern nicht — die Auswahl folgt der Lage. In Bellinzona liegt das Hotel & SPA Internazionale direkt gegenüber dem Bahnhof, ein Haus vom Anfang des 20. Jahrhunderts mit kurzem Weg in die Altstadt — praktisch als Basis, weil hier die Linien Richtung Lugano, Locarno und in die Täler zusammenlaufen. In Lugano bietet das Hotel International au Lac (3 Sterne Superior) die Toplage zwischen See und Altstadt. Für das Verzascatal ist Tenero am Taleingang der naheliegende Stützpunkt.

Erleben

Bellinzona und seine drei Burgen. Castelgrande, Montebello und Sasso Corbaro riegelten einst das Tal ab — seit 2000 gehört die Festungsanlage zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Burgen lassen sich zu Fuss verbinden, und die Altstadt darunter ist die vielleicht unterschätzteste der Schweiz. Für uns der beste Ganzjahres-Ort im Kanton: Wir waren im Winter hier und hatten die Wege fast für uns.

Verzascatal. Smaragdgrünes Wasser, geschliffene Felsen, die Doppelbogenbrücke Ponte dei Salti bei Lavertezzo und die 220 Meter hohe Staumauer am Taleingang — das Verzascatal komprimiert das wilde Tessin auf wenige Kilometer. Entsprechend voll ist es im Hochsommer; Frühling und Herbst sind die besseren Reisezeiten.

Die Diga della Verzasca überspannt eine bewaldete Schlucht, dahinter liegen Berghänge und verstreute Häuser.
Die Diga della Verzasca überspannt eine bewaldete Schlucht, dahinter liegen Berghänge und verstreute Häuser.

Lugano und der San Salvatore. Über der Seepromenade und den Gassen von Lugano steht der Monte San Salvatore, auf den eine historische Standseilbahn führt — oben der Blick über See, Stadt und die Bergkämme bis nach Italien. Der Abstieg über die Dörfer am Hang verbindet Bergweg und Dolce Vita.

Höhenwege und Täler. Die Strada Alta über der Leventina, die Steindörfer des Centovalli, der Monte Tamaro: Wer ein paar Tage bleibt, findet für jede Wetterlage und Kondition ein eigenes Tal — meist mit Bahn oder Seilbahn als Rück- oder Aufstiegshilfe.

Wanderempfehlungen

Alle Details auf ch-wandern.ch — drei Touren als Einstieg ins Tessin:

Praktisches

Beste Reisezeit: Frühling und Herbst — mild, klar und deutlich ruhiger als der Badesommer; viele Höhenwege sind von März bis November machbar. Budget: Grotti und Regionalbahnen halten die Kosten moderat; die Seilbahnen einzeln kalkulieren. Stützpunkte: Bellinzona als Bahnknoten und Burgenstadt, Locarno/Tenero für Maggiore und Verzasca, Lugano für den Süden. Fahrpläne für Bahn und Postauto: SBB.

Bilder

Castelgrande in Bellinzona mit steinernen Türmen, Wehrmauern und Bergen im Hintergrund.
Das Castelgrande — die drei Burgen von Bellinzona gehören zum UNESCO-Welterbe.
Rote Bänke an der Uferpromenade des Luganersees mit Booten und Bergen.
An der Uferpromenade des Luganersees.
Steinerne Treppe führt durch Bellinzonas Altstadt mit Blick auf das Castel Grande und bewaldete Berghänge.
Treppengasse in der Altstadt von Bellinzona, oben das Castelgrande.
Blick auf die Chiesa Collegiata dei Santi Pietro e Stefano und die Dächer der Altstadt von Bellinzona.
Die Chiesa Collegiata über den Dächern der Altstadt von Bellinzona.
Stausee im Verzascatal mit einer Siedlung am bewaldeten Berghang und wolkenverhüllten Bergen.
Der Lago di Vogorno, der Stausee im unteren Verzascatal.
Durch steinerne Arkaden des Heiligtums Madonna del Sasso fällt der Blick auf den Lago Maggiore und Locarno.
Blick durch die Arkaden der Wallfahrtskirche Madonna del Sasso auf Locarno und den Lago Maggiore.

Karte