Der Seealpsee spiegelt Felswände, Nadelbäume und eine Berghütte im ruhigen Wasser.

Ostschweiz: Alpstein, Walensee und die Bündner Herrschaftsgrenze

Region: Ostschweiz Land: Schweiz Dauer: 2–5 Tage Beste Reisezeit: Mai–Oktober (Wandersaison)

Die Ostschweiz wird von Auswärtigen chronisch unterschätzt — und genau davon profitierst du. Der Alpstein bietet auf kleinem Raum eine Dichte an Felswänden, Bergseen und Gasthäusern, die in der Schweiz ihresgleichen sucht, und am Walensee fällt die Churfirsten-Kette so steil ins Wasser, dass man eher an einen Fjord denkt. Wir sind hier zu jeder Jahreszeit unterwegs, vom Frühlingsspaziergang am See bis zur Winterwanderung über den Hügeln.

Anreise

Für den Alpstein reist du via St. Gallen oder Gossau an und wechselst dort auf die Appenzeller Bahnen bis Wasserauen — dem Ausgangspunkt für Seealpsee, Ebenalp und Säntis-Umgebung. Der Walensee liegt an der Bahnlinie Zürich–Chur (Stationen Weesen/Ziegelbrücke und Walenstadt), Bad Ragaz und Sargans folgen kurz danach. Alles ist gut mit dem ÖV machbar; am Alpstein sind die Parkplätze an Spitzentagen früh voll.

Übernachten: gut gelegene Unterkünfte

Selbst übernachtet haben wir in diesen Häusern nicht — die Auswahl folgt der Lage. In Appenzell steht das Romantik Hotel Säntis (4 Sterne) direkt am Landsgemeindeplatz im historischen Dorfkern — von hier fahren die Appenzeller Bahnen nach Wasserauen in den Alpstein. Am östlichen Rand der Region ist das Grand Resort Bad Ragaz die bekannteste Adresse: das grosse Thermalresort am Fuss von Pizol und Taminaschlucht — deutlich gehobener im Preis. Fürs kleine Budget sind Walenstadt und Weesen die praktischen Bahnstationen am Walensee.

Erleben

Alpstein: Seealpsee, Ebenalp, Wildkirchli. Der Seealpsee mit der Spiegelung der Felswände ist das Bild, das alle suchen — von Wasserauen in rund einer Stunde erwandert. Spektakulärer ist der Weg von der Ebenalp hinunter: durch die Höhlen des Wildkirchli, vorbei an der Felskapelle und dem berühmt an die Wand gebauten Berggasthaus Äscher. Höchster Punkt der Region ist der Säntis (2502 m), auf den auch eine Schwebebahn ab Schwägalp führt.

Churfirsten und Walensee. Die sieben Gipfel über dem Walensee sind das dramatischste Panorama der Ostschweiz. Unten verbindet ein Uferweg das nur zu Fuss oder per Schiff erreichbare Winzerdörfchen Quinten mit beiden Seeenden — mild im Klima, mit Feigen und Reben, während oben die Wände aufragen. Die Terrasse von Amden liefert den Blick von oben.

Blick über die Weinberge von Quinten auf den Walensee und die umliegenden Berge.
Blick über die Weinberge von Quinten auf den Walensee und die umliegenden Berge.

Pizol und Taminaschlucht. Am östlichen Rand wartet mit der Pizol-Region ein Bergseen-Hochtal für ausgewachsene Bergwanderungen. Unten im Tal führt ein Spazierweg von Bad Ragaz in die enge Taminaschlucht — die Kombination aus Kurort-Belle-Époque und wilder Schlucht ist ein guter Schlechtwetter-Plan.

Wanderempfehlungen

Die kompletten Routen stehen auf ch-wandern.ch — drei Vorschläge für den Einstieg:

Praktisches

Beste Reisezeit: Mai bis Oktober im Alpstein — der Andrang ist an Sommer-Wochenenden erheblich, werktags oder früh starten. Die Walensee- und Talwege funktionieren fast ganzjährig. Budget: Moderater als die grossen Bündner und Berner Destinationen; Bergbahnen (Ebenalp, Säntis, Pizol) einzeln kalkulieren. Stützpunkte: Appenzell für den Alpstein, Walenstadt oder Weesen für den See, Bad Ragaz für Pizol und Schlucht. Fahrpläne: SBB.

Bilder

Kapelle des Wildkirchli vor einer Felswand mit dem Eingang zur Höhle.
Die Kapelle des Wildkirchli an der Ebenalp — die Höhlen dahinter waren schon in der Altsteinzeit genutzt.
Bergsee vor einem kargen, von Felsbändern durchzogenen Hochtal am Pizol.
Bergsee im kargen Hochtal unterhalb der Pizolhütte.
Eine Berghütte mit Schweizer Fahne steht auf einem felsigen Grat zwischen steilen, begrünten Bergflanken.
Berggasthaus auf dem Grat im Alpstein.
Schmaler Bergpfad führt unter einer felsigen Flanke des Säntis entlang, mit Blick über grüne Alpwiesen.
Schmaler Pfad unter den Felsflanken des Säntis.
Schmaler, felsiger Wanderweg oberhalb des Walensees mit Blick auf den See und schneebedeckte Berge.
Höhenweg hoch über dem Walensee Richtung Quinten — das Dorf ist autofrei und nur zu Fuss oder per Schiff erreichbar.
Metallsteg mit Geländern führt im Wald über einen kleinen Wasserfall bei den Seerenbachfällen.
Steg an den Seerenbachfällen bei Betlis — sie zählen zu den höchsten Wasserfällen der Schweiz.

Karte